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Di 15. Mai - Konferenz mit Manfred Max-Neef

Wieviel Entwicklung können wir aushalten?

Manfred Max-Neef, alternativer Nobelpreisträger über Armutsminderung, Sozialverträglichkeit und Entwicklung nach menschlichem Maß.

Dienstag, den 15. Mai 18:00

Halle des Soufflantes, Esch / Belval,



Die Theorie der menschlichen Bedürfnisse von Manfred Max-Neef ist eine der wissenschaftlichen Grundlagen der Ausstellung All We Need.

Die Konferenz am Dienstag den 15. Mai bietet eine einzigartige Gelegenheit mit ihm über sein Konzept der Bedürfnisse zu diskutieren. Anregend wird Manfred Max-Neef darlegen, wie die Matrix der Bedürfnisse zustande gekommen ist, und wie zahlreiche lokale Gemeinschaften daraus Mut zur Veränderung schöpfen konnten.

 

Entwicklung nach menschlichen Maß

Max-Neef hat seine ‚Barfuß-Ökonomie’ entwickelt, nachdem er jahrelang in den Slums, bei armen Kleinbauern oder indianischen Gemeinschaften in die Lehre ging: „Und da habe ich entdeckt, dass sämtliche Wirtschaftstheorien, die ich kannte, wertlos sind, wenn man der Armut ins Gesicht guckt.

Barfuß-Ökonomie’ heißt, die Probleme zusammen mit den Leuten zu lösen. Und nicht durch Theoretisieren, weit weg, in einem schönen Büro, sondern direkt da, wo die Armut und das Leiden ist. Ich glaube, es wäre ungeheuer gut, wenn sämtliche Ökonomen, bevor sie promovieren, ein Jahr ohne einen Pfennig in einem Armutsviertel überleben müssten. Was man da lernt, das ist ganz unglaublich. Da gibt es keine Konkurrenz, sonst wären die Überlebensmöglichkeiten gleich Null.

Die Ökonomie muss die fundamentalen menschlichen Bedürfnissen befriedigen. Und die fundamentalen Bedürfnisse sind Selbstversorgung, Schutz, Liebe, Partizipation, Identität, Kreativität, Muße, Freiheit. Und das kann man bloß im ‚menschlichen Maß’ auf lokaler oder regionaler Ebene machen. Das funktioniert zu Hause, in der Schule, in der Gemeinschaft, in der kleinen Gesellschaft.“
Die Ausstellung All We Need inspiriert sich von der Theorie der menschlichen Bedürfnisse von Manfred Max-Neef.

Die Diskussionsrunde am Dienstag den 15. Mai bietet eine einzigartige Gelegenheit mit ihm über sein Konzept der Bedürfnisse zu diskutieren, wie es dazu gekommen ist und wie viele lokale Gemeinschaften daran Mut zur Veränderung schöpfen konnten.

Manfred Max-Neef

Manfred Max-Neef, geboren 1932 in Chile, hat 1983 den Alternativen Nobelpreis verliehen bekommen und ist Mitglied des Club of Rome.

Bekannt ist er vor allem durch seine „Barfußökonomie“ und die Hypothese vom „Kipp-Punkt“, die besagt, dass von einem bestimmten Punkt wirtschaftlicher Entwicklung an die Lebensqualität der Menschen abnimmt. Eines seiner Hauptanliegen ist, immer wieder dafür einzutreten, dass die Ökonomie darauf verpflichtet wird, die grundlegenden menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen.

Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Konkretisierung einer Sozialverträglichkeitsprüfung gelegt werden, die es ermöglichen soll, gesellschaftliche Entscheidungen bereits im Vorfeld auf ihre Auswirkungen auf sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu prüfen. Mit dem Zentrum für Entwicklungs-Alternativen /CEPAUR) fördert er Ansätze, die sich an Grundbedürfnissen orientieren, das lokale Selbstbewußtsein stärken und auf eine kleinräumige nachhaltige Entwicklung „im menschlichen Maß“ setzen.